Jugendhilfe und Schule – Zusammenleben in der Peter-Härtling-Schule

Ziel der Sozialen Arbeit ist es, die sozialen und emotionalen Kompetenzen von Kindern und Jugendlichen zu fördern und Lebenssituationen die von den Kindern und Jugendlichen nicht bewältigt werden, zu erkennen, zu thematisieren, gemeinsam nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen und ihnen Hilfestellung bei der Bewältigung zu geben.

Soziale Arbeit an Förderschulen richtet sich u.a. auch an Eltern, mit dem Ziel, diesen Ansprechpartner zu sein. Es geht darum, häusliche Probleme zu erkennen, als Gesprächspartner zur Verfügung zu stehen und gegebenenfalls erst- bzw. weiterführende Maßnahmen zur Hilfe für die Familie einzuleiten.
Daraus ergibt sich die Möglichkeit und manchmal auch Notwendigkeit, sowohl mit dem Jugendamt als auch mit weiteren sozialen Einrichtungen und Diensten, (u.a. Flexiblen Erziehungshilfen, Kinder u. Jugendpsychiatrien, Schulpsychologie, Erziehungsberatungsstellen, Drogenberatungsstelle, etc. ) zusammenzuarbeiten.

Die Soziale Arbeit findet in der Regel vor Ort in der Schule statt.

Der Arbeitsschwerpunkt ist im schulischen und außerschulischen Bereich zu sehen.

Wir bieten eine breite Angebotspalette an, die sowohl

  • Einzel - und Familienberatung
  • Freizeit- und erlebnispädagogische Angebote
  • Krisenintervention u.a. bei Kindeswohlgefährdung gemäß § 8a SGB VIII
  • Arbeit in Kleingruppen
  • Arbeit im Klassenverband
  • Zusammenarbeit mit den Sonderpädagogen/innen der Schule und mit den Eltern
  • Kooperation mit der Schulpsychologischen Beratungsstelle

einschließt.
Um die Nachhaltigkeit unserer Angebote zu gewährleisten, arbeiten wir systemisch und ganzheitlich und versuchen stets alle am Prozess beteiligten Personen mit einzubeziehen.

Unser Team besteht aus einer Dipl. Sozialpädagogin/ Schemapädagogin und einer Dipl. Pädagogin, die vielfältige Erfahrungen und Zusatzqualifikationen mitbringen.

Dadurch ist es uns möglich, mit einem professionellen Blick aus unterschiedlichen Perspektiven auf die Bedarfe der Familien und Institution zu schauen und hieraus vielfältige Konzepte und Angebote zu entwickeln.

Die Soziale Arbeit an der Peter Härtling Schule ist ein eigenständiger Arbeitsbereich, (freier Jugendhilfeträger), der über eigene Beratungsräume in der Schule, als auch extern im Diakoniezentrum Elberfeld, Im Hofkamp 108 42103 Wuppertal verfügt.

Träger:
Diakonie Wuppertal
Diakoniezentrum Elberfeld

Kontakt
Soziale Arbeit an Förderschulen
„Peter Härtling Schule“
Im Hofkamp 106-108
42103 Wuppertal
Tel 0202- 47 82 47 – 3500

 

Lesen Sie mehr über die Arbeit der Diakonie an der PHS Wuppertal.

Zwei Ansprechpartnerinnen stehen unseren Schülerinnen und Schülern und Eltern im Rahmen des Diakonie-Programmes zur Verfügung:

Schulverweigerung

Mein Kind verweigert die Schule! - Zur Arbeit mit schulverweigernden Jugendlichen

Information zu Schulvermeidung ( Schulangst, Schulphobie) und Schulschwänzen

Die Gründe warum Kinder nicht in die Schule gehen, sind nicht einheitlich, sondern beruhen auf verschiedenen Ursachen und Hintergründen. Grundsätzlich unterscheidet man zwei verschiedene Ursachenkomplexe, die zum Fernbleiben vom Unterricht, also zur Schulvermeidung führen können.

  • Schulverweigerung
  • Schulschwänzen

Die Schulverweigerung kann weiter unterteilt werden in Schulangst, Schulphobie und andere Ursachenkomplexe ( Knollmann et al., 2010) – häufig kommen sogenannte Mischformen vor. Schulschwänzen hat im Gegensatz zu den zuvor genannten Angststörungen nicht primär mit Angst zu tun. Vielmehr handelt es sich hierbei häufig um ein Symptom im Rahmen einer Störung des Sozialverhaltens. Mit diesem Verhalten bringen die Kinder und Jugendliche zum Ausdruck, dass sie nicht bereit sind, sich an gesellschaftliche Normen und Konventionen zu halten. Ihr Motiv für Schulschwänzen ist zumeist Unlust.

Motivation für Schulvermeidung

Für jede Art von Schulvermeidung gilt, dass es aus Sicht des Individuums einen Sinn macht (Kearney, 2001). Durch sein Fernbleiben vom Unterricht vermeidet der Schüler eine negativ besetzte Situation bzw. entflieht ihr. Lästiges kann so abgewehrt , Bedrohliches vermieden oder Selbstwert geschützt werden. Das bringt ihm vorrübergehend eine gefühlsmäßige Erleichterung. Dann allerdings treten Schuldgefühle hinzu, da er die Erwartungen von Lehrern und Eltern ( und evtl. auch die eigenen) nicht erfüllen kann. Dadurch entsteht zusätzliches Unbehagen oder noch mehr Angst vor der Rückkehr in die Schule und den zu erwartenden Reaktionen von verärgerten Lehrern oder spottenden Mitschülern. Insofern ist Schulverweigerung ein Verhalten, dass sich immer weiter selbst verstärkt. Ist das Verhaltensmuster einmal entstanden, kann es sehr stabil sein. Der Schüler steckt in einem Teufelskreis. Schwierig wird es, wenn das „Schuleschwänzen“ schon manifestiert ist. Schüler, die der Schule fernbleiben, schaden sich damit in einem hohen Maße selbst. Sie gefährden ihre Noten und somit ihren Schulabschluss. Ein Zeugnis mit hohen Fehlzeiten, vor Allem unentschuldigten Fehlzeiten blockiert den Weg in ein Ausbildungsverhältnis oder die Aufnahme in ein Berufskolleg. Sie als Eltern stehen in der erzieherischen Pflicht, den Schulbesuch Ihres Kindes sicherzustellen. Wenn Sie Fragen zum Thema Schulverweigerung haben, wenden Sie sich einfach an uns. Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung. Rufen oder sprechen Sie uns einfach an. Gerne vereinbaren wir mit Ihnen ein Beratungsgespräch. Dieses kann bei Ihnen zu Hause oder in einem unserer Beratungsräume stattfinden, wo wir ungestört miteinander sprechen können.

  • Verweigert Ihr Kind den Schulbesuch?
  • Kommt Ihr Kind häufig zu spät?
  • Hängt Ihr Kind immer wieder Unterrichtsstunden ab?
  • Macht es regelmäßig „blau“?
  • Ihr Kind weigert sich, morgens aufzustehen?
  • Hat Ihr Kind Angst, in die Schule zu gehen?

Wenn Sie eine dieser Fragen mit „Ja“ beantworten können oder grundsätzlich Unregelmäßigkeiten im Schulbesuch Ihres Kindes feststellen, dann sprechen Sie uns an!

  • Wir führen mit Ihrem Kind regelmäßig Gespräche
  • Wir unterstützen Ihr Kind bei der Wiedereingliederung in den schulischen Alltag
  • Wir achten verstärkt auf den Schulbesuch Ihres Kindes
  • Wir geben Ihnen frühzeitig Rückmeldung über Fehlzeiten, auch täglich.
  • Wir unterstützen Sie in Ihrer erzieherischen Arbeit
  • Wir nehmen mit ihnen zusammen Kontakt zu außerschulischen Hilfen auf.

Sie können uns über die Telefonnummer der Schule unter 0202-30 86 32 oder direkt unter 0202- 30 23 65 erreichen. Gerne können sie uns auch eine Nachricht hinterlassen.

Als Maßnahme gegen Schulmüdigkeit und -verweigerung hat die Diakonie in der Peter-Härtling-Schule eine Aktions- und Werkklasse eingerichtet.

Soziales Lernen in Gruppen

Die sozialpädagogische Gruppenarbeit an der Peter-Härtling Schule ist eine Kooperation zwischen Schule, Jugendamt und der Diakonie Wuppertal. Die soziale Gruppenarbeit ist ein ambulantes Angebot für Kinder und Jugendliche im Alter von 8-13 Jahren. Es ist für einen Zeitraum von 6-12 Monate angedacht und umfasst 3 Schulstunden pro Woche. Durch "Soziales Lernen" in einer Gruppe soll die Persönlichkeitsentwicklung sowie das Sozialverhalten gefördert werden.

Zielsetzung

Sozialpädagogische Gruppenarbeit soll Kindern und Jugendlichen bei der Überwindung von Entwicklungsschwierigkeiten, Verhaltensproblemen und aktuellen Krisen helfen und ihnen soziales Lernen in der Gruppe ermöglichen. Durch die Einbindung der Sozialen Gruppenarbeit in den Schulalltag ergeben sich kurze Wege, vereinfachte bürokratische Abläufe und eine verlässliche Anwesenheit der Kinder. Ein kontinuierlicher fachlicher Austausch mit Schulleitung und Lehrerkollegium ist dadurch gegeben.

Zusammenarbeit mit Eltern/Sorgeberechtigten/Bezugspersonen

Eine Stärkung der Eltern/Bezugspersonen in ihren Kompetenzen und in ihrer Wahrnehmung von Eigenverantwortung ist Teil der Betreuung. Wesentlicher Bestandteil der Sozialen Gruppenarbeit ist die regelmäßige Beratung der Eltern. Sie ist ziel- und lösungsorientiert und hat Perspektivenwechsel, Veränderung von Handlungsstrategien in der Erziehung und die Verbesserung von Alltagshandeln zum Ziel.

  • regelmäßiger Informationsaustausch
  • Elterngespräche und -beratung
  • Hausbesuche
  • Gemeinsame Hilfe- und – Erziehungsplanung

Darüber hinaus erfolgt eine Zusammenarbeit mit dem Jugendamt (bei Bedarf), den jeweiligen Klassenlehrern und sonstigen Institutionen und Vereinen. In regelmäßig stattfindenden Elterngesprächen werden die Entwicklung der Kinder und der Stand der Hilfe besprochen.

Zielgruppe

Es werden Mädchen und Jungen zwischen 8 und 13 Jahren in die „Soziale Gruppenarbeit“ aufgenommen. Bei den Kindern und Jugendlichen liegen schwierige Situationen/Entwicklungen im familiären Bereich, in der Schule und im Sozialverhalten vor. Sie zeigen Entwicklungsverzögerungen im kognitiven, emotionalen und sozialen Bereich und kommen ohne Hilfe und Unterstützung nicht mehr zurecht. Zu den Auffälligkeiten können gehören:

  • Leistungsverweigerung
  • Emotionale Verwahrlosung
  • Geringes Selbstwertgefühl
  • Aggressives Verhalten, Unruhe, Rücksichtslosigkeit
  • Introvertiertheit, übertriebene Zurückhaltung
  • ADHS Problematik

Es sollten innerhalb der Familien und im sozialen Umfeld hinreichende Ressourcen und Bindungen bestehen, die die Versorgung und Erziehung des Kindes/Jugendlichen außerhalb der Sozialen Gruppenarbeit sicherstellen.

Sozialpädagogische Leistungen

  • Anleitung zum Aufbau eines angemessenen Verhaltens in der Schule und Freizeit
  • Aufgreifen von Impulsen, Stimmungen, Bedürfnissen und Interessen der Kinder und Jugendlichen
  • Themeninhalte können sein: Gruppenregeln, Gruppenklima, Respekt, Freundschaften, Gewalt, Sexualität
  • Aufbau einer angemessenen Selbsteinschätzung
  • Aushalten von Kritik
  • Übernahme sozialer Verantwortung
  • Erwerb von Kompetenzen zur Lösung von Konflikten
  • Aufbau von Vertrauen und (Selbst-)Sicherheit, Abbau von Schwächen und Ängsten

Offenes Elterncafe

Jeden Mittwoch von 8:30 – 10:00 Uhr findet in den Räumlichkeiten der Sozialen Arbeit (Eingang vom Schulhof) ein offenes Elterncafe statt. Alle Eltern sind herzlich eingeladen bei einer Tasse Kaffee/ Tee sich auszutauschen oder einfach mal kurz vom Alltag zu erholen. Das Elterncafé ist Teil des schulischen Alltags. Im gemeinsamen Austausch erfahren Eltern Stärkung und auch schwierige Situationen können gemeinsam besser bewältigt werden.

Ziele der Elterncafés

  • Aufbau vertrauensvoller Beziehungen
  • Einbindung der Eltern in das Schulleben
  • Förderung der Integration von Familien anderer Herkunft
  • Austausch bei Erziehungsfragen
  • Unterstützung bei Schul- und Alltagsbelangen
  • Kontakte zu Beratungsstellen herstellen
  • Sprachförderung