Unsere Schüler

An der Peter-Härtling-Schule werden ca. 160 Schülerinnen und Schüler in 17 Klassen der Jahrgangsstufen 1-10 unterrichtet. Als eine der beiden städtischen Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt Emotionale und soziale Entwicklung nimmt sie Schülerinnen und Schüler von Allgemeinen Schulen und auch anderen Förderschulen auf, überwiegend aus der Primar- und Orientierungsstufe. Der Wechsel zu uns erfolgt gemäß den Bestimmungen der AO-SF (§11 und 12), und kann durch Eltern oder andere Schulen beantragt werden.

Zur Zielgruppe der PHS gehören Schülerinnen und Schüler, bei denen ein erheblicher Unterstützungsbedarf im Bereich der emotionalen und sozialen Entwicklung besteht. Bei der Wahrnehmung dieser Aufgabe steht unsere Schule in dem Spannungsfeld, die Schüler sowohl in Anlehnung an die Richtlinien und Lehrpläne der Allgemeinen Schule (Hauptschulabschluss nach Klasse 9 und 10 vor dem Hintergrund der Zentralen Abschlussprüfung) zu bilden als auch individuelle Hilfen in der Erziehung und Sozialisation zu bieten.

Unsere Schülerinnen und Schüler haben oft den Anschluss an das Leistungsniveau ihrer Klasse in der Allgemeinen Schule verloren, in manchen Fällen die Mitarbeit gänzlich aufgegeben und in Extremfällen den Schulbesuch verweigert.

Die Schülerinnen und Schüler zeigen Auffälligkeiten in Form von aggressivem, autoaggressivem, oppositionellem, delinquenten oder gehemmtem Verhalten. Wenn die Schüler an unsere Schule kommen, sind sie oft schon mit gesellschaftlichen Problemen konfrontiert worden, die über den normalen Erfahrungsbereich Gleichaltriger hinausgehen. Ihre Verhaltensauffälligkeiten sind häufig auf Ursachen zurückzuführen, die in der familiären oder schulischen Situation und/oder im sozialen Umfeld der Kinder und Jugendlichen liegen.

Aus diesen Gründen überlagern die Lebensprobleme der Schülerinnen und Schüler ihre Lernwünsche. Um die Lern-, Unterrichts- und Sozialfähigkeit der Schüler zu fördern bzw. wiederherzustellen, ist es wichtig, in verstärktem Maße auch ihre Lebensprobleme zu bearbeiten. Ausgangspunkte für die Arbeit an unserer Schule sind hierbei die individuellen Entwicklungsmöglichkeiten und –bedürfnisse jeder Schülerin und jedes Schülers.

Ziel ist es, die einzelnen Schülerinnen und Schüler in ihrer Persönlichkeit so zu festigen, dass sie möglichst an eine Regelschule zurückgeschult werden können und langfristig befähigt werden, ihre Lebenswelt eigenverantwortlich zu gestalten und sich erfolgreich in ihre zukünftige Arbeitswelt zu integrieren.

Kompetenter Umgang mit psychischen Auffälligkeiten

Alle Schüler*innen der Peter-Härtling-Schule bringen unterschiedlichste Voraussetzungen mit und müssen stets individuell betrachtet und gefördert werden. Dieses schließt eine gegenseitige Akzeptanz von Andersartigkeiten mit ein. Psychische Auffälligkeiten wie z.B. ADHS, Angststörungen, Bindungsstörungen, posttraumatische Belastungsstörungen, Asperger-Syndrom oder depressive Stimmungen müssen erkannt, allseits akzeptiert und methodisch aufgefangen werden. Dieses beinhaltet:

  • Unterschiedlichkeiten definieren und verstehen
  • Akzeptanz schaffen zwischen den einzelnen Mitschülern und Rücksichtnahme fördern
  • Selbstbewusstsein stärken
  • Frustrationstoleranz erhöhen
  • Wahrnehmung schulen
  • geeignete Lernumgebung schaffen
  • Möglichkeiten der Selbststeuerung und -regulation erlernen
  • alternative Verhaltensmöglichkeiten kennenlernen und anwenden lernen
  • Fähigkeiten und Strategien entwickeln, Konflikte gewaltfrei zu lösen
  • Stärkung des sozialen Miteinanders
  • Förderung der sozialen und emotionalen Kompetenz
  • soziales Umfeld der Schülerinnen und Schüler beachten

Qualitätsindikatoren

  • mögliche Unterschiedlichkeiten benennen und erklären – wer benötigt welche Unterstützung… (Unterrichtsgespräche, Gefühlsbarometer…)
  • durch Rollenspiele Empathie fördern
  • regelmäßige Rückmeldung und Spiegelung des Verhaltens
  • durch Spiele und Rückmeldungen Selbstbewusstsein stärken (z.B. „warme Dusche“, einzelne Fähigkeiten hervorheben, Experten ernennen…)
  • Selbstreflexion üben im regelmäßigen Feedbacksystem / Tokensystem
  • ermutigen Frustrationen auszuhalten – Fehler darf man machen und man kann daraus lernen
  • Strukturierungshilfen und Übungen zur Schulung der Wahrnehmung
  • Handlungsalternativen aufzeigen
  • aktuelle Tagesverfassung erkennen und benennen können.
  • angenehme Lernatmosphäre und Rückzugsräume schaffen (Einzelplatz, Kopfhörer, Lernbox, Nebenraum…)
  • Klassenregeln und Stopp-Regel beachten
  • soziales Miteinander fördern durch Partner- und Gruppenarbeit sowie Ausflügen und Spielen im Klassenverband
  • individueller Umgang mit dem jeweiligen Störungsbild wie z.B. Einfordern des Blickkontakts bei einer Autismus-Spektrum-Störung / Reizreduktion bei ADHS/ Rückzugsmöglichkeiten schaffen bei einer Angststörung)
  • intensive Elternarbeit, regelmäßiger Austausch, Vernetzung und Austausch mit allen an der Erziehung des Kindes beteiligten Personen

Einschulung und Entlassung

Neue Schüler*innen der Primarstufe und ihre Eltern werden der ersten Unterrichtswoche im Rahmen einer kleinen Einschulungsfeier begrüßt.

  • Schüler*innen lernen ihre neue Schule und L kennen
  • Schüler*innen werden willkommen geheißen
  • Schüler*innen erhalten Orientierung für den Schulstart
  • Schüler*innen erleben den Ort „Förderschule“ als etwas Positives

Die Einschulungsfeier wird von der L der Primarstufe zusammen mit Schüler*innen, die schon länger diese Schule besuchen, gemeinsam vorbereitet.

  • neue Schüler*innen werden namentlich vorgestellt
  • neue Schüler*innen erhalten ein kleines Begrüßungsgeschenk
  • neue Schüler*innen lernen ihre KL kennen
  • ältere Schüler*innen singen Begrüßungslieder

Alle Schüler*innen, die nach Beendigung ihrer Pflichtschulzeit die Schule verlassen, werden in Form einer Abschlussfeier von der Schule verabschiedet. Schüler*innen

  • erfahren Wertschätzung ihrer Person und ggfs. ihrer Leistung
  • erleben eine Verabschiedung von der Schule
  • wechseln bewusst in einen neuen Lebensabschnitt
  • planen und organisieren ein großes Fest mit

Qualitätsindikatoren

Jedes Fest ist so gestaltet, dass es die Wünsche und Vorstellungen der zu verabschiedenden Schülergruppe berücksichtigt. Schüler*innen

  • sind maßgeblich an Planung und Organisation beteiligt
  • erfahren Aufmerksamkeit und Zuwendung durch Lehrer, Mitschüler und Eltern